Behaglichkeit in zweiter Reihe
Neubau eines Stadthauses

Der skulpturale, fast sakrale Treppenraum mit der großzügigen Öffnung zum Grün ist ein Highlight dessen Wirkung sich erst entfaltet , wenn man tiefer in das Haus durchdringt. Den ganzen Tag über verändert sich die Atmosphäre, Licht und Schatten spielen auf den Wänden, Reflektionen wandern, und man entdeckt immer wieder neue Blickbezüge – ein Raum, der Aufmerksamkeit fesselt und zum Verweilen einlädt.


»Entstanden ist ein Haus, das sich nach außen zurücknimmt und im Inneren umso vielschichtiger agiert: ein ruhiger, familienfreundlicher Rückzugsort in zweiter Reihe, der Offenheit und Privatheit, Robustheit und Wärme sowie Klarheit und Atmosphäre in ein ausgewogenes Verhältnis setzt.«


Umgeben von gewachsenem Grün entsteht ein geschützter Ort mit hoher Privatheit. Eine prägende Rolle übernimmt dabei eine massive, vierstämmige Rotbuche, die zwar auf dem angrenzenden öffentlichen Grünstreifen verwurzelt ist, deren weit auskragende Baumkrone jedoch tief in das Grundstück hineinreicht. Ihr Schatten, das gefilterte Licht und die jahreszeitlichen Veränderungen prägen die Atmosphäre des Ortes maßgeblich und wirken unmittelbar auf das Grundstück und das Haus.


Die Materialwahl folgt einer bewusst reduzierten und klaren Haltung. Sichtbeton, Stahl und Klinker bilden die konstruktive und räumliche Grundlage des Hauses und sind integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts. Ziel war es, diese Materialien nicht als dekorative Elemente einzusetzen, sondern sie selbstverständlich und ruhig wirkend in die Architektur zu integrieren.

